Was uns in diesen Tagen bewegt…

Wie uns alle beschäftigt mich in diesen Tagen sehr die Entwicklung unserer Gesellschaft angesichts Covid-19.
Wohin führt uns unsere Sorge, unsere Angst?
Wie entwickelt sich unsere Gesellschaft unter diesen neuen Bedingungen?
Hat sich der „Angst-Virus“ schon so viral verbreitet, dass Distanz zur Normalität werden wird?
Auch nach der Entdeckung eines Impfstoffes?
Werden Umarmungen je wieder unbefangen möglich sein? Wangenküsse?

Vergänglichkeit

Ich finde, es ist an der Zeit, uns unserer Vergänglichkeit gedanklich anzunähern.
Integration statt Vermeidung.
Am Anfang war… die Angst. Angst vor der eigenen Vergänglichkeit.
Der Same der Angst als Same dieser Welle von Regeln, Verboten und Geboten.
Ich möchte hier keine neue Diskussion darüber eröffnen, ob es den Virus gibt oder nicht.
Auch nicht darüber, ob und wie gefährlich er ist. Aus dieser Diskussion halte ich mich heraus.
Weil meine Kenntnisse nicht ausreichen, hierzu fundierte Aussagen zu machen.

Anregung

Worüber ich hier schreiben und wozu ich anregen möchte, ist die Frage danach, wie wir leben möchten.
Die Frage nach den demokratischen Grundsätzen und die Frage nach unserer Freiheit.
Und ob wir diese Grundsätze unter einen Infektionsschutz stellen wollen.
Das ist eine Diskussion – das kann man nicht einfach bestimmen, sagte der Darsteller Jan Josef Liefers in einem TV-Interview.
Ja, darüber müssen wir diskutieren – als Gesellschaft, als Bürger, als Menschen.
Keine emotionsgeladene Diskussion, sondern eine kluge, differenzierende Diskussion.
Eine Diskussion, die vielfältige Meinungen, Vorstellungen und Ideen zulässt. Dies zeichnet eine und unsere Demokratie aus.

Angst

Die Angst vor Krankheit und Tod und die Unwissenheit über Covid-19 und seine Wirkung und Folgen hat zu einer bedenklichen Entwicklung geführt:
Meinungen und wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse, die die Folgenschwere des Virus und die jetzigen Maßnahmen hinterfragen,
sind Anschuldigungen ausgesetzt.
Jeder geht mit Angst anders um – Angst ist vermutlich eine Charakterfrage. Das schreibe ich nicht ohne den nötigen Respekt vor all denen,
die Angst haben und unter ihr leiden. Ich nehme sie und ihre Angst ernst. Denn wer Angst empfindet, leidet auch unter ihr.
Ich empfinde es als großes Glück und bin dankbar dafür, selten Angst zu haben. So habe ich auch keine Angst vor einer Infektion mit Covid-19.
Nicht, weil ich die möglichen Auswirkungen nicht ernst nehme. Ich habe nur einfach keine Angst davor.
Und: Ich möchte ein freies Leben führen.

Demokratie

Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der Begegnung und Freundschaft möglich ist.
Ein Leben in einer Gesellschaft, in der sich Menschen versammeln dürfen und in der Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist und gelebt werden will.
Wenn wir diese Werte und Grundsätze bewahren wollen, ist es notwendig, uns mit unserer Angst zu befassen.
Es geht dabei nicht um die Frage, ob sie berechtigt oder angemessen ist.
Es geht um die Frage, ob meine Angst gleichgesetzt werden kann und darf mit der Entscheidung, was richtig ist oder falsch.
Bin ich damit einverstanden, dass Angst zum Parameter wird für Regeln und Grundsätze einer Gesellschaft?
Schliesst Angst als Parameter Differenziertheit nicht per se aus?

Mut

Wenn wir bereit sind, unsere Angst zu betrachten und zu sagen:
O ja, puh, ich habe Angst vor einer Infektion und vor einer Erkrankung. Und ich habe Angst vor den Folgen.
Um dann weiter zu fragen und zu ergründen:
Rechtfertigen meine Sorge und meine Angst die Einschränkung der freiheitlichen Grundsätze?
Steht der Erhalt von Leben über freiheitlichen und demokratischen Grundsätzen?
Rechtfertigt der Erhalt von Leben die Eingrenzung dieser Grundsätze?
Kann man diese beiden Bedingungen überhaupt in eine Formel bringen, die zu einem Ergebnis führt?
Diesen Fragen müssen wir uns stellen; muss sich jeder einzelne stellen.
Denn diese Antworten weisen die Richtung, in die sich unsere Gesellschaft entwickelt.
WIR entscheiden dies als Bürger, nicht das RKI und auch nicht unsere gewählten
Regierungsparteien! Dies müssen wir uns klar machen!
Das ist eine Diskussion – das kann man nicht einfach bestimmen!
Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Treffen Sie sie bitte auch!

Meine Einladung an Sie

Meine Einladung an Sie ist keine rhetorische, suggestive, die Antworten nahelegen will.
Meine Einladung ist ernsthaft und ehrlich gemeint. Und ich bin offen und einverstanden, für
andere Meinungen. Gerne diskutiere ich auch hierüber! Frei und wertschätzend.
Seien Sie mutig! Seien Sie differenziert!
Mögen wir respektvolles und wertschätzendes Miteinander willkommen heißen und leben!
Ich bin der Meinung, das hat unsere demokratische Gesellschaft verdient!

Segen

Möge es allen Wesen wohlergehen!
Möge es Ihnen wohlergehen!
Ihre Petra Junk